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Mini-Workshop Design Thinking


Mini-Workshop Design Thinking

So muss das aussehen, und macht ja auch Spaß, so zu arbeiten – viele, viele Post-IT’s mit Ideen und Skizzen.

oben: ein Ursache-Wirkungs-Diagramm (UWD)  
Von Kaoru Ishikawa bei Toyota schon vor knapp 50 Jahren entwickelt, älter als die ähnliche Mindmap-Technik, und noch immer wirkungsvoll. Auch “Fischgrät-Diagramm” genannt (…)

Hier mit den auf Deutsch übersetzen “8P” – People/Personnel,  Purpose, Place, Product/Parts, Physical Evidence, Productivity, Promotion, Price – denkbar wäre auch noch Politics,
oder was auch immer für Kriterien sinnvoll sind (mit oder ohne P…)
jedenfalls zur Lösung des Problems 🙂

Gibt’s auch mit 6 M – Machine, Material, Method, Management, Measurement, Maintenance


Mehr zu Design-Thinking, Personas etc. gibt’s auch in folgenden Artikeln:

Business Model Canvas

InnerInnovation

Weiter im Design-Thinking Workshop geht’s hier:

Continue reading Mini-Workshop Design Thinking

+++ Startup-Kooperationen und Design Thinking bei der Innovation User Group der Energieforen… +++


 

 

 

 

 

Startup-Kooperationen und Design Thinking

als Schwerpunktthemen der User Group Innovation der Energieforen Leipzig (25.+26.2.16)

Mal was aktuelles in “real time” – da bin ich gerade –

Inputs und Diskussion von Innovationsthemen mit verschiedenen Unternehmen, Erfahrungen mit Open Innovation, morgen einen Mini-Workshop Design Thinking – bin gespannt!


 

VUCA & Dynaxität – Wenn du dir nicht sicher bist, ist das das Akronym für dich…


VUCA & Dynaxität

Viele Branchen sind heute geprägt von

Volatilität (V) – volatility, Unberechenbarkeit, Schwankung

Unsicherheit (U) – uncertainty, Ungewissheit

Komplexität (C) – complexity

Ambivalenz (A) – ambiguity, Mehrdeutigkeit

“Der Begriff Mehrdeutigkeit lässt sich nicht eindeutig beschreiben und bleibt unscharf, vieldeutig und vielgestaltig ;-).

Es gibt unglaublich viele Methoden und Akronyme im Management, und viele davon kenne ich auch trotz bereits jahrelangem “Sammeln” nicht, zumal ja freundlicherweise auch fortlaufend neue Begriffe geprägt werden… ;-).

Eine weitere Wortschöpfung für das aktuelle Marktumfeld vieler Branchen ist die Wortschöpfung (oder auch: Modewort) Dynaxität als Kombination von Dynamik und Komplexität.

Es soll die heute immer öfter anzutreffende Situation beschreiben, dass Anforderungen in Organisationen nicht nur immer mehr werden, sondern sich gleichzeitig auch immer schneller verändern und komplexer werden, was die Anforderungen an die Lösungsfähigkeit, Veränderungsgeschwindigkeit und Flexibilität der Organisation sozusagen exponentiell erhöht.

Hier droht die Paralyse oder der Infarkt – die Organisation kommt nicht mehr hinterher, viele Dinge werden nicht mehr fertig, der Abstimmungs- und Administrationsaufwand von Systemen explodiert, die Mitarbeiter werden “abgehängt” oder ausgebrannt.


Das Akronym VUCA hat seinen Ursprung im Militär in den 90er Jahren, um Umgebungen und Situationen zu beschreiben, die von starker Unvorhersehbarkeit geprägt sind, und in denen Organisationen leicht versagen können.

Der Begriff ist auch verbunden mit der Fähigkeit zu Resilienz – Robustheit, der Fähigkeit, nach Fehlschlägen weiter zu machen und daraus nach Möglichkeit zu lernen.

Siehe hierzu auch meinen älteren Artikel:
/2014/08/31/buchnotizen-comeback-mentalitat/

Wikipedia hat zu VUCA natürlich etwas zu sagen, wenn auch auf englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Volatility,_uncertainty,_complexity_and_ambiguity

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Systematische Problemlösung: TRIZ und Shainin-Analyse


Systematische Problemlösung: TRIZ und Shainin-Analysen

… auch diese beiden Methoden fallen unter meine mentale Kategorie “Dinge, von denen ich fast nichts weiß…” (aber vielleicht wissen sollte)

TRIZ – Systematik für das Lösen von Innovationsproblemen

Eigentlich „Theorie zur Lösung erfinderischer Probleme“.

Die Methode wurde in Russland entwickelt, daher ist das Akronym auch russisch. Im englischsprachigen Raum findet man das Akronym TIPS für “Theory of Inventive Problem Solving”.

Artikel auf Wikipedia zu TRIZ: link
hier werden auch links zu deutsch- und englischsprachigen Seiten gegeben, die sich mit TRIZ beschäftigen.

Es gibt zur TRIZ Methodik sogar eigene Symposien und Konferenzen und erfreut sich angeblich stark wachsendem Interesse und Entwicklung.

TRIZ systematisiert die Lösungssuche mithilfe einer Matrix von

40 grundlegenden Innovationsprinzipien

Widerspruchstabelle

76 Standardlösungen

Schrittverfahren zur Lösung (ARIZ)

Kurzer Artikel zu ARIZ auf Wikipedia: link
Wenn ich mir die Liste der 40 Innovationsprinzipien ansehe, hat sie einen Schwerpunkt auf Entwicklung physischer/physikalischer Produkte. Prinzipien wie “Verwendung poröser Stoffe” erscheinen mir gegebenenfalls auch schon wieder überholt.

Einige Prinzipien sind Elemente von Geschäftsmodelle, z. B. “Selbstbedienung” oder “Vermittlung” – wie passen hier die modernen E-Commerce Geschäftsmodelle ins System?

Prinzipien, die ich heutzutage erwarten würde wie bspw. “Digitalisierung” sind nicht enthalten – wie wird TRIZ auf Produkte angewandt, die Elektronik enthalten? Oder sind diese für TRIZ nicht geeignet?

Schon der Wikipedia-Artikel geht darauf ein, dass der Erfinder der TRIZ, Altschuller, noch weitere 10 Prinzipien hinzugefügt hat, die aber oft nicht aufgeführt werden.

Die Liste scheint also nicht abschließend zu sein.

Sie wird auch für verschiedene Problemstellungen gruppiert und in viele Richtungen weiterentwickelt. Die Widerspruchstabelle wird teilweise nicht mehr verwendet.

 


Shainin-Analysen

Dorian Shainin war ein amerikanischer Qualitätsmanager und später Berater und Dozent. Er hat eine Reihe wesentlicher Verfahren der statistischen Versuchsplanung entwickelt, darunter u. a. die ANOVA Varianzanalyse auf Einflussfaktoren.

Mithilfe dieser Verfahren lässt sich – oft grafisch – analysieren, welche Ursachen ein beobachtetes Problem hat.

Der Wikipedia-Artikel zu Shainin und seinen Methoden ist hier: link

Paul Bayer vergleicht auf seiner Webseite wandelweb im Blog Artikel über Problemknoten (link):

“Erfindungsmethoden wie TRIZ enthalten gezielte Techniken zur Über­windung psychologischer Trägheit. Die Shainin-Technik ist experimentell und geht von physikalischen und statistischen Sachverhalten aus, nicht von der Expertenmeinung [7]. Eine Kombination von TRIZ und Shainin-Techniken ist bei technischen Problemen ein kräftiges Gespann.”

Auch tercero Consulting beschreibt die Kombination von Shainin und TRIZ.


 

 

Buch Rezension – InnerInnovation (deutsch) (B. Buck, U. Buck)


Rezension – InnerInnovation (deutsch)

Das Kreativbuch für Systemisches Innovationsmanagement

Autoren: Bernd und Ulrike Buck


Rezension 2015, ca. 800 Wörter

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Literatur-VSM (26. September 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3902155205
  • ISBN-13: 978-3902155207
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 1,7 x 24,1 cm

Durchschnittliche Kundenbewertung: 4,5 Sterne (7 Kundenrezensionen)

Amazon: link

–  Trotz des Amazon-links gibt es natürlich weitere Möglichkeiten um neue oder gebrauchte Bücher zu kaufen –


Meine persönliche Bewertung:  gut und sehr schön gestaltet


Dieser Blogbeitrag ist eine kurze Rezension des Buchs.
Ich habe ausführliche persönliche Notizen zum Buch aufgeschrieben.
Wenn Sie daran interessiert sind, sich zu diesen Inhalten auszutauschen, kontaktieren Sie mich gerne. Die ausführlichen Notizen dürfen aus Urheberrechtsgründen nicht veröffentlicht oder ausgetauscht werden.

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Meine Meinung über das Buch

Jeder, der das Buch sieht wird erst mal sagen: „Oh, das ist aber ein schön aufgemachtes Buch!“, es in die Hand nehmen und darin blättern. Da es mir selbst auch mehr Spaß macht, gut strukturierte Bücher zu lesen und als visueller Mensch Informationen besser merken kann, wenn sie grafisch gut aufbereitet sind macht mir das auch mehr Spaß beim Lesen. Danke also an Ulrike Buck für die Gestaltung.

Das Buch selbst liest sich in den meisten Teilen auch flüssig; Erläuterungen von Methoden sind knapp, für mein Empfinden für ein anwendbares Verständnis teilweise vielleicht etwas zu knapp gehalten. Aber da kann man sich ja entsprechend weitergehend informieren.

Sehr gut finde ich die Darstellung aller Teile seiner eigenen Darstellung eines Innovationsmodelles.

Die Ausführungen zur Systemtheorie im Theorieteil (z. B. Autopoiese und die Verbindung von Organismen mit ihrer Umgebung) sind einerseits interessant, bieten aber ,möglicherweise einigen Lesern zu wenig direkten Praxisnutzen. Es schadet aber nie, sich (wieder) zu vergegenwärtigen, was die wesentlichen Merkmale sind, wenn man in einem komplexen sozialen System wie einem Unternehmen mit Menschen arbeitet.

Eine Ebook Version auf Deutsch und Englisch ist für 2016 in Vorbereitung.


“Umwege erhöhen die Ortskenntnis”

  • Fehler und Umwege sind beim Innovieren normal
  • Die meisten Ideen scheitern (!)
  • Aber sie sind nicht nur unvermeidbar, sondern notwendig zum Erfahrungen gewinnen und daraus lernen. Diese Chance muss systematisch genutzt und nicht verpufft werden lassen
  • Daher sollte man viele kleine Fehler machen, die verkraftbar sind

Das Buch basiert auf der Systemtheorie und soll daher ganzheitlich alle notwendigen Blickwinkel und Beteiligten berücksichtigen. Bei vielen Prozessen lässt sich aufgrund ihrer Komplexität kein direkter Zusammenhang zwischen Ursache und einer Wirkung finden – sie sind emergent.

Eigentlich möchten wir unser Leben immer einfacher gestalten, mit mehr Möglichkeiten, Komfort, Sicherheit, Spaß etc. Wir möchten also Entwicklung und Veränderung.

Wenn es aber um unsere eigene Arbeit und Arbeitsplätze geht kommt oft die Angst vor Veränderungen ins Spiel, die unsere eigene Sicherheit und Bequemlichkeit bedroht. Das ist nachvollziehbar und richtig.

Vielfach ist noch kein Bewusstsein vorhanden, dass sich die Welt um uns herum sich dreht und die beste Position für uns ist, uns mit zu bewegen. Und dass es außerdem viel Spaß und Stolz machen kann, immer besser zu arbeiten und immer bessere Produkte und Dienstleistungen anzubieten.

Mehr und mehr setzt sich in den letzten Jahren eine Meinung durch, dass es nicht so sehr besondere Menschen sind, die oft hervorragende Leistungen erbringen, sondern das Arbeitsumfeld wesentlich ist, die Kultur. Damit ist nicht gemeint, dass die Leute es weich haben müssen und besonders verwöhnt und “bespaßt”.

Aber wir sind auch anpassbar – wenn die Umgebung stimmt können auch zufällige Gruppen Großes leisten, indem sie sich voll einbringen, Rollen und Verantwortung übernehmen, sich anpassen und zusammen wachsen.

Eine gute Innovationskultur ist besser als einzelne Innovatoren.

Das Buch will Innovation von der Ebene der einzelnen Person auf die des sozialen Systems heben und die Prinzipien des Innovierens bewusst, anwendbar und schulbar machen, damit sie dauerhaft in der Organisation verankert werden können.

Der Name des Buches, Inner Innovation, geht auf die Übertragung der Inner Game Methode auf Innovation zurück.

Beim Inner Game, das aus dem Erlernen von Sportarten stammt, geht es um die verinnerlichte Kompetenz: Selbstvertrauen, Wahlfreiheit und Aufmerksamkeit.

  • Selbstlernen ist viel wichtiger als ein äußerer Lehrer.
  • Zuversicht trotz der anfänglich unvermeidbaren Ungewissheit ist wichtig – sukzessive Gewissheit entstehen lassen.
  • Wichtig sind Methoden, die iterativ und ergebnisoffen arbeiten. Durch Denken und Handeln in Schleifen bildet sich die Lösung sukzessive heraus.

Beispiele für solche neueren Methoden sind Agile, Scrum, Design Thinking, Prototyping, Effectuation, FlowTeam oder Lean Startup.

Auf theoretischer Seite passen hierzu die Erkenntnisse aus dem Konstruktivismus, der Theorie sozialer Systeme, Kybernetik und Autopoiese – der Selbsterhaltung von lebenden und sozialen Systemen.

Dies steht im Gegensatz zu vielen Unternehmensprozessen, die linear orientiert sind.

Das Buch erläutert sie – teilweise sehr kompakt, aber immer gut strukturiert. Für die Abschnitte werden vier Farben verwendet, um durchgängig eine Orientierung zwischen Grundlagen, Konzepten und Anwendungen, theoretischen Grundlagen und weiterführenden Methoden zu bieten.

Zu den Modellen die das Buch anbietet gehören der Solution Loop, das Y8-Modell und der Kreativraum.

Viel Erfolg bei innovativem Arbeiten!

– Ende –


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Buch Rezension: 33 Erfolgsprinzipien der Innovation (Gassmann, Friesike)


33 Erfolgsprinzipien der Innovation

Rezension 2015, T. Speil

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (27. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446430423
  • ISBN-13: 978-3446430426
  • Durchschnittliche Kundenbewertung:    (21 Kundenrezensionen)

Amazon: link

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Zu diesem Buch habe ich keine Rezension geschrieben, wie ich sie sonst verfasse. Das liegt daran, dass der Stil des Buches an vielen Stellen schon fast so kompakt ist, wie eine Zusammenfassung.

Alle 33 genannten Innovationsprinzipien werden auf sehr wenigen Seiten in gleichartiger Form dargestellt. Ganz nett sind auch die Zitate, die jedes Prinzip einleiten. 

Außerdem habe ich bei diesem Buch das erste Mal voll angewendet, es auf dem Tablet als PDF zu lesen und nach Herzenslust darin mit dem Finger zu unterstreichen, Kommentare einzufügen, hervorzuheben – wie ich es mit einem Papierdokument häufig auch tue. Der Touchscreen hat es fast einfacher gemacht, als mit einem Papierbuch, und die Funktionen im Acrobat Reader oder XChange Editor sind so einfach, dass es sehr angenehm ist.


Hier sind  zunächst einfach die 33 Prinzipien:

Diese werden auf S. 20 ff. auch alle jeweils mit einem Absatz kurz erklärt.

Rekombinations-Prinzip
Alle Erfindungen lassen sich zerlegen
Beatles-Prinzip
Die Konkurrenz schläft nicht
Rogers-Prinzip
Wie sich neue Technologien verbreiten
Service-Prinzip
Mehr Auswahl ist nicht immer besser
Open-Innovation-Prinzip
Warum nicht jeder solo entwickeln sollte
Cross-Industry-Prinzip
Der Blick über den Tellerrad der eigenen Branche
Crowdsourcing-Prinzip
Wie man alle anderen für sich arbeiten lässt
Ford-Prinzip
Warum der Kunde nicht immer weiß, was er will
Yogi-Berra-Prinzip
Durch bloßes Beobachten lernen
Serendipity-Prinzip
Wozu Neugierde, Offenheit und Beharrlichkeit führen
4Kleines-Schwarzes-Prinzip
Vieles ist überflüßig
Ästhetik-Prinzip
Design ist ein Wertfaktor und kein Kostenfaktor
Methusalem-Prinzip
Warum niemand ein Rentner-Handy möchte
Widerstands-Prinzip
Der bessere Umgang mit Widerständen
Mut-zur-Freiheit-Prinzip
Wer Neues erdenken will braucht Freiraum
Kaizen-Prinzip
Jeden Tag ein kleiner Schritt
Walkman-Prinzip
Was der Name eines Produkts ausmacht
Nostalgie-Prinzip
Der Kunde will nicht immer nur Neues
Windschatten-Prinzip
Warum oft der Zweite erfolgreicher ist
Aikido-Prinzip
Anders denken und die Regeln ändern
Musik-Combo-Prinzip
Die »Sowohl-als-auch-Organisation«
Globalisierungs-Prinzip
Wie man das Beste aus ihr macht
Boutique-Prinzip
Dem Mahlstrom der Diversifikation entkommt
Gore-Prinzip
5Warum als Erstes die Kultur stimmen muss
Bonbon-Prinzip
Die Lust verkürzt den Weg
Primadonna-Prinzip
Warum nicht alle gleich denken dürfen
Spaß-Prinzip
Spaß kann nicht verordnet werden
Zweisprachigkeits-Prinzip
In Unternehmen werden zwei Sprachen gesprochen
Realtime-Prinzip
Das gescheiterte Projekt der ständigen Verfügbarkeit
Kreativitäts-Prinzip
Weshalb jeder kreativ sein kann
Eisenhower-Prinzip
Warum wir zu viel vom Falschen tun
Mobilitäts-Prinzip
Warum wir der Produktivität hinterher eilen
Zukunfts-Prinzip
Das Meiste wurde noch nicht getan


 

An einer Reihe Stellen hat das Buch mir Denkanstöße gegeben – wie es sein soll – und einige Aussagen widersprechen auch denen aus anderen Büchern. Sieht so aus, als müsste man sich dann selbst eine Meinung bilden… ;-).

In der Einleitung schreiben die Autoren auch, dass es keine “Anleitung” für Innovation ist und es eine solche auch nicht gibt. Aber es gibt Anregungen, und erfolgreiche Innovatoren nutzen wiederholt Prinzipien, für die sie sich entschieden haben.

Innovation ist nicht mehr nur eine Frage der Produktentwicklungsabteilung, sondern eine Grundaufgabe in mehr oder weniger allen Unternehmensbereichen – gerade im Dienstleistungssektor!


Brauchen Sie einen Regenschirm für Ihre Zigarette?

Nur etwa jedes 16. Produkt am Markt wird ein Erfolg. Und dahinter stecken Hunderte an Ideen und Prototypen, die schon vorher eingestellt wurden. Mehr als die Hälfte aller Entwicklungsleistungen entfallen auf Ideen, die nie das Licht des Marktes erblicken, und auf die erfolgreichen Produkte entfallen nur etwa 5 Prozent der Entwicklungsbudgets, der Rest wird verbrannt…

Der kundennahe Ingenieur verursacht zum Beispiel oft Produkte, die so funktionsüberladen sind, dass sie nicht mehr zu bedienen sind – aber die Funktionswünsche “aller Kunden” sind prinzipiell abgedeckt…

Ein erfolgreiches Produkt besticht durch seine Fokussiertheit – es ist oft einfach und auf bestimmte Kundengruppen zugeschnitten. Diesen bringt es großen subjektiven Nutzen – anderen Personenkreisen aber gar nichts, und diese können das Produkt vielleicht auch gar nicht “leiden”.

Die Marke sollte auch für eine erkennbare Linie an Produkten stehen, nicht für alles mögliche.

Kunden sind oft träge! Sie wollen gar nicht ständig etwas Neues haben.

Nur die Wettbewerber im Blick zu haben und alles anzubieten, was irgendeiner davon auch gerade entwickelt führt auch nicht zu einer starken Marktposition.


Das Buch nennt

  • 3 Innovationsarten (S. 28 f.)
  • 6 Stufen jeder Innovation (S. 43 f.)
  • Während des Produktlebenszyklus werden hintereinander 5 unterschiedliche Kundengruppen angesprochen (S. 50 ff.)
  • Die Verbreitungsgeschwindigkeit hängt von den 5 “Rogers-Faktoren” ab (S. 52 f.) und kann sehr langsam sein (> 10 Jahre)
  • Auf S. 60 werden 3 Innovationstypen unterschieden
  • S. 70 f. geht auf die 3 Methoden von Open Innovation ein
  • Bei Cross-Industry Innovationen lassen sich 3 sequenzielle Phasen unterscheiden
  • Plattformen für Crowd-Sourcing: z. B. atizo.com, innocentive.com, brainfloor.com, designboom.com
  • Crowdsourcing folgt 5 Schritten (S. 86 ff.)
  • Betriebliches Vorschlagswesen aufbohren? S. 90 ff.!
  • Warum es oft nicht hilft, den Kunden zu fragen… (S. 96 f.)
  • Emotion! Auch bei einem selbst.
  • Beobachten, nicht fragen! (S. 106 f.)
  • 6 Gründe für unzufriedene Kunden (S. 111 f.)
  • Serendipity (S. 117 f.)
  • Design ist ein Wertfaktor! (S. 136 ff.) – Design Thinking 
  • Universal Design (S. 146 f.)
  • Geschützte Räume für Ideen! (S. 155 f.)
  • Freiraum! (s. 157 ff.)
  • Kaizen (S. 173 f.)
  • Innovationen sind anfangs nicht für den Massenmarkt – Imitate sind es! (Follower; S. 198 ff.)
  • Sei stark in dem, was dein Wettbewerber nicht will 
  • Die 6 Stellräder des Geschäftsmodells (S. 209 ff.)
  • 4 Triebkräfte der Globalisierung (S. 228 f.)
  • Fans statt Kunden! (S. 240 ff.)
  • Das Kreativitätszeitalter löst das Informationszeitalter ab (S. 323 f.), weil Information zunehmend sofort verfügbar ist

Anmerkung: die Seitenangaben beziehen sich auf meine ebook-Version, daher können sie bei Ihnen abweichen…


Sehr gut ist auch das recht umfänglich beschriebene Literaturverzeichnis am Schluss des Buches.


 

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Buch – Innovationsprozesse erfolgreich machen (Hrsg. B. König, M. Reißer)


Buch Notizen – Innovationsprozesse erfolgreich machen

Grundmuster erfolgreicher Innovationsprozesse in KMU

Autoren: verschiedene; Hrsg.: Bertram E. König, Martin Reißer

ISBN: 3-00-007171-7

Erscheinungsjahr: 2000

Eigene Bewertung: 2 ** nur wenig nutzbringend

Der gesamte Buchtext liegt als freies edok (PDF) vor Innovationsprozesse-erfolgreich-machen_Buch_2000_mittelmäßig_edok-tib-unihann

oder link: http://edok01.tib.uni-hannover.de/edoks/e001/329048872.pdf


Das Buch entstand aus den Studienergebnissen “Grundmuster erfolgreicher Innovationsprozesse in KMU” des BMBF am Forschungszentrum Karlsruhe (Karl-Heinz Wagner) und der Universität Magdeburg (Mario Kuhn, Prof. Hermann Kühnle, Hrsg.).

Es wendet sich an Praktiker mit Methoden und Anwendungsbeispielen für verschiedene Branchen und Firmengrößen.


Meine Meinung: Wenn das  Buch doch das halten würde, was es anstrebt! Mir hat sich jedenfalls der Nutzwert nicht erschlossen. 

Meine “Take aways” aus dem Buch (s.  Notizen unten) waren also sehr überschaubar…

Der Aufbau war für mich eher verwirrend. Dies lag u. a. daran, dass mehrere beteiligte Wissenschaftler in den beteiligten Firmen parallel mit unterschiedlicher Methodik gearbeitet haben.

Dies wird als drei verschiedene Möglichkeiten, Innovationsprozesse in KMU zu erarbeiten und zu bewerten vorgestellt: je nachdem, was zum Unternehmen passt vorwiegend mit Checklisten, mit Matrizen (2×2) oder mit “Wirkungsgefügen” (Bewertung der Abhängigkeiten der verschiedenen Erfolgsfaktoren untereinander, also eher netzartig als nur linear).

So weit, so gut… der Grundgedanke der Abhängigkeitsbewertung ist ja einleuchtend; aber gerade die Ausführungen über diese  “Wirkungsgefüge” wirkten auf mich wie die praxisferne erste Bachelorarbeit von zwei Studenten… ich kann nicht bewerten, ob sie es sind. Viele wissenschaftlich klingende Worthülsen der Verständnisleere. Ärgerlich. Oder ich bin einfach nicht der richtige Leser hierfür… auch ansonsten für mich viele Selbstverständlichkeiten, auf die man sofort auch von selbst kommen würde.

Es mag sein, dass die 2. Hälfte des Buchs, in dem die beteiligten Unternehmen exemplarisch, aber für mich auch ohne tieferen übertragbaren Nutzwert, einzelne Projekte aus dem Innovationskontext erläutern, für einige Leser doch als Beispiele von Interesse sind.

Trotz interessantem Titel und Cover ist das Buch auch von der Inhaltsgestaltung und der Präsentation her nicht befriedigend.

Ich werde nach deutlich besseren Büchern zu Innovationsmanagement Ausschau halten…


Notizen aus dem Inhalt:

 

“Business hat nur zwei Basisfunktionen: Marketing und Innovation.” Peter Drucker

 

Das Buch besteht aus folgenden Teilen:

 

1 Erfolgsfaktoren und Grundmuster sowie ihre Wirkungsbeziehungen als entscheidende Einflussgrößen für den Erfolg

2 Drei pragmatische Vorgehensweisen, um Innovationsprozesse zu optimieren

3 Acht Fallstudien und Praxisbeispiele für Innovationsprojekte mit Erfolgsbilanzen


Der Innovationsprozess ist weniger standardisiert als die Produktionsprozesse in einem unternehmen. Er ist vom Ablauf und von den Ergebnissen her zwangsläufig individueller.

Daher ist der Beherrschungsgrad geringer, und Zeit-und Kostenvorstellungen werden regelmäßig deutlich überschritten.

 

“Es gibt zu viele Wissensriesen und Umsetzungszwerge.”

 

In 3 Schritten Innovationsprozesse optimieren:

Analyse

1 Erfolgsfaktoren identifizieren

2 Erfolgsfaktoren bewerten

 

Handlung

3 Maßnahmen umsetzen

 

Als Vorgehen für jeden Schritt schlagen die Autoren die Anwendung von Checklisten, Matrizen oder Wirkungsgrafen vor.

 

Teil 1

Dauerhafte Innovationsfähigkeit

Mario Kuhn und Björn Söndgerath

 

Definition: Eine Innovation ist die erstmalige wirtschaftliche Anwendung von Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen.

 

In Bezug auf Produkte müssen diese also immer einen Marktbezug haben.

Es handelt sich um neuartige Problemlösungen oder neuartige Kombinationen von Zweck und Mitteln.

 

Das Buch unterscheidet die Innovationshöhe:

Anpassung, Verbesserung, Basis- oder Sprunginnovationen.

 

Innovationsgrad/-höhe, Rendite und Risiko steigen zueinander exponentiell.

 

Gerade in Krisenzeiten ist eher Rückzug und Verteidigung statt Innovation zu beobachten. Kosten Einsparungen und Effizienz sind aber keine Basis für langfristiges Wachstum und Zukunftsfähigkeit.

 

Innovationen können neben Produkten auch Prozesse umfassen.

 

Je nach Branche kann es für ein Unternehmen sehr wichtig sein, eine Vielzahl an unterschiedlichen Innovationen in kurzem Abstand hervorzubringen. Ein Beispiel ist die Telekommunikation.

 

Es bestehen verschiedene Innovationsbarrieren;

diese können z. B. sein:

– innovative Ideen von Mitarbeitern werden hierarchisch abgeblockt;

nur die Führungskräfte meinen, sinnvolle Ideen zu haben oder zu dürfen

– Es werden nicht genug Zeit und Ressourcen für ungewisse Vorhaben gewährt

– Fehlschläge bei Versuchen werden bestraft

– Unkonventionelle Ansätze werden ausgeschlossen

– Mangelnde Zusammenarbeit verschiedener Bereiche

– Notwendiges Wissen und Qualifikation wird nicht aufgebaut

– Bequemlichkeit: es ist einfacher, mittelfristig nicht zu innovieren

– Unsicherheit, wie man sinnvoll Innovationsprozesse umsetzt

– Fehlende Finanzmittel

– Technologische Hürden

– Komplexität

– …

 

Die Misserfolgsquote bei Markteinführungen liegt bei über 80 %!

Andere Quellen nennen fast 2000 Ideen auf 10 wirkliche Erfolge.

 

Weitere Bücher zu Erfolg von Innovationsprozessen: u. a. Kotzbauer, 1992.

 

Für die Umsetzung von Erfolgsfaktoren gilt:

– Wie interpretiere ich Erfolgsfaktoren (in meiner Branche, Situation,…)?

– wie arbeite ich mit ihnen?

– wie beeinflussen sie sich gegenseitig?

 

Dem Erfolgsgeheimnis auf der Spur

Karin Bockelmann und Ulrike Ligges

 

Die Autorinnen unterscheiden einen technologie-getriebenen linearen Innovationsansatz und einen systemischen ganzheitlichen Innovationsansatz und suchen hier nach Innovationsgrundmustern in Unternehmen. Für diese reichen einfache lineare Ursache-Wirkungsketten oft nicht aus. Einzelne Erfolgsfaktoren für sich ergeben nicht in Summe einen erfolgreichen Innovationsprozess.

 

Teil 2 Erfolgsfaktoren richtig nutzen

 

Für jeden Bedarf den richtigen Weg

Martin Reißer und Mario Kuhn

 

Die Firmen, mit denen für die Studie am Intensivsten zusammen gearbeitet wurde waren

  • SERO Pumpen
  • WILO
  • FER GmbH
  • GEDIA
  • Trumpf
  • ETR
  • Lundin Filter
  • Phönix Klangsäulen

einige davon sind sehr klein/jung, andere international tätig und große Mittelständler. Die betrachteten Aspekte von Innovation waren sehr … heterogen.

 

Die als relevant erachteten Erfolgsfaktoren wurden im Unternehmen selbst erarbeitet und gebündelt. Hierfür wurden Interviews anhand eines Fragebogens durchgeführt.

 

Die Innovationsdiagnose (Ist-Zustand) nahm folgenden Ablauf:

Vorgespräche

Information der Mitarbeiter

Interviews

Auswertung Fragebögen

Präsentation der Ergebnisse

 

Im Fragebogen sollte nicht nur nach Skalen bewertet werden, sondern jeweils auch mit einer textlichen Begründung konkretisiert werden.

Aus den Ergebnissen werden Verbesserungsmöglichkeiten abgeleitet und priorisiert und anschließend umgesetzt, der Erfolg gemessen etc.

 

Zur Ermittlung der Erfolgsfaktoren eines Unternehmers wurde dem Unternehmen auch ein Spektrum möglicher Faktoren als Grundlage an die Hand gegeben, das sich aus verschiedenen Studien in der Literatur ergeben hat. Diese mussten an das jeweilige Unternehmen angepasst werden.

 

Anforderungen an die Faktoren waren

Eindeutiger Bezug zum Innovationsprozess

Operationalisierbar

Beeinflussbar

 

Zusammengefasstes Ergebnis der Metastudie zu Erfolgsfaktoren von Innovationsprozessen:

Die folgenden 12 Erfolgsfaktoren:

Konzentration auf Kunden-und Marktbedarfe

Lösungen mit Kunden und Lieferanten

Analyse der Chancen und Risiken

Innovationsorientiertes Managementsystem

Vorhandensein von Innovatoren-Persönlichkeiten

Innovationsfördernde Unternehmenskultur

Aufbau und Nutzung von Qualifikationen

Aufbau und Nutzen von Kernkompetenzen

Schützen von Know-How und Wissen

Einsatz von Projektmanagement Methoden

Innovationsförderliche Organisation

Internes Marketing, interne Kommunikation

 

Aus anderen Betrachtungswinkeln wurden in den anderen Unternehmen teilweise ganz andere Erfolgsfaktoren erarbeitet, wie z. B. Verfügbarkeit über eigene Patente, Aufbau eines Referenzkunden, Entwicklungszusammenarbeit mit Kunden, Verbreitung einer Innovation in verschiedenen Anwendungen/Märkten, …

 

In einem Workshop wurden die Faktoren auf das Unternehmen angepasst und konkretisiert sowie gewichtet.

Relevanz und Ausprägung können in einer 4 Feld Matrix dargestellt werden.

Soll-Positionen können eingetragen werden.

 

Das Wirkungsgefüge

Karin Bockelmann und Ulrike Ligges

 

Die Wechselwirkungen der einzelnen gefundenen Faktoren lassen sich noch in einem Gefüge analysieren und darstellen. Dies kann hilfreich sein bei der Abschätzung, welche Maßnahmen besonders erfolgreich sein werden, und welche Auswirkung man sich erhofft.

 

Teil 3 Aus der Unternehmenspraxis lernen

Hier werden einzelne Beispiele aus den Unternehmen dargestellt.

Mehrere der Firmen sehen z. B. ihr Projektmanagement als eines der wichtigen Elemente ihrer Innovationsprozesse.

Trumpf aus Stuttgart definiert auch verschiedenen Arten von Innovatoren:

Ideengeber

Innovationsmanager

Innovatorenpersönlichkeit

 Die Rolle der Innovatorenpersönlichkeit, i. d. R. höheren Führungskräften, wird wie folgt beschrieben:

Visionär und Marktkenner

Vorbild und Sponsor, schafft Freiräume

Moderator und Machtpromotor

Projekt Initiator und -Begleiter

 Primäre Aufgabe ist die Kommunikation.

Auch hier bestehen hohe Parallelen zum Projektmanagement (s. Rolle eines Sponsors oder des Auftraggebers).