Buchnotizen Comeback Mentalität (P. Senner Hrsg.)


Buchnotizen Comeback Mentalität

 

  • Peter Senner, Hrsg.
  • Jünger- Verlag; ISBN 978-3-7664-9933-2
  • 140 Seiten

Notizen: T. Speil, 2014
Diese Notizen und der Blogartikel wurden vom Herausgeber freigegeben.

 

Die Kapitel des Buches beschäftigen sich mit verschiedenen Aspekten zum Thema Widerstandsfähigkeit im Umgang mit Krisen.

Die Kapitel sind von verschiedenen Coaches des Beraternetzwerks Coaching Concepts verfasst, die sich mit diesem Thema auch in ihrer Beratungsarbeit in Unternehmen beschäftigen.

Die Artikel bieten einige interessante Gedankengänge und grundlegende Darstellungen von Themen wie Empathie, Resilienz, Volition oder Mentale Stärke und damit Anregungen im Umgang mit schwierigen Situationen.

Meine Notizen sind teilweise nur sehr stichwortartig.

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Kapitel: 

Selbstkritik (Peter Behnke) – keine Notizen

Mit Empathie zurück zum Erfolg (Peter Brilej)

Innere Haltung als Erfolgsfaktor in Veränderungs- und Krisensituationen (Marion Fuchs)

Produktive Hartnäckigkeit (Wolfgang Hindersmann)

Volition – Wille und Handlung im Spannungsfeld (Ernst Meinelt)

Ausdauer (Manfred Seidel)

Mentale Stärke (Christoph Weimann)

Quellenangaben, Literatur- und Autorenverzeichnis 

 

“Wenn du hinfällst: Aufstehen, Krone gerade rücken, weiter gehen!”

Darüber, wie man Erfolge erzielt – schnell! – wird viel geschrieben.

Über die Erkenntnis, dass zum Erfolg zwingend viel Üben und viele Versuche notwendig sind wird bisher noch selten geschrieben. 

Probleme und Scheitern sind nicht so sexy wie schnelle Erfolge.
Unter Begriffen wie “Resilienz” ändert sich dies aber langsam.

Daher gibt es auch in vielen Unternehmen noch keine systematische Beschäftigung mit dem Thema in den Führungskräfte-Seminaren, abgesehen von einigen Angeboten zum Coaching oder “Stress-Management”, “Burn Out Vorbeugung” (oder Behandlung…) oder Outplacement Beratung.

 

Mit Empathie zurück zum Erfolg

Peter Brilej

Empathie = Einfühlungsvermögen

Perspektivwechsel

Die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale anderer zu erkennen und zu verstehen.

Hierzu gehört auch die eigene (angemessene, überlegte und hoffentlich  wohlwollende) eigene Reaktion.

Daniel Goleman machte die Empathie auch unter dem Namen “EQ”, Emotions-Quotient, als Ergänzung zum IQ, der reinen rationalen Intelligenz,  bekannt.

Es ist leicht nachzuvollziehen, dass schlechte Empathiefähigkeiten dafür  sorgen, dass sich Menschen unwohl fühlen und nicht die optimal möglichen  Ergebnisse aus einer Situation gewinnen können.

Wer sich nicht gut  behandelt fühlt wird eher Widerstände aufbauen und sich distanzieren.

Sie hat einen starken Einfluss auf die Motivation und Stimmung (z. B. Forschung Leonardo Badea.)

Fritz Breithaupt und Ernst Mandel nennen gesellschaftliche Empathie die  wichtigste Basis für ein humanes soziales System.

Die kognitiven Fähigkeiten hierfür sind bei Kindern erst zwischen dem 6.  und 12. Lebensjahr entwickelt. Selbst das eigene Ich-Bewusstsein beginnt  sich erst mit ca. 18 Monaten zu entwickeln.

Die Fähigkeit zur Empathie ist  bei allen gesunden Menschen angelegt, muss aber entwickelt werden (soziales  Lernen).

Spiegelneuronen

Hierfür spielt das Training der Spiegelneuronen eine entscheidende Rolle,  die mindestens bei Menschen und Menschenaffen vorhanden sind.

Es handelt sich um einen Bereich im Gehirn, der aktiviert wird wenn wir  andere Menschen oder Lebewesen beobachten. Sie ahmen die Handlung und Mimik  des anderen innerlich nach – in uns wird dabei die gleiche Reaktion und  Emotion wach.

Menschen spüren deutlich weniger Schmerz und Angst, wenn jemand mit ihnen  mitfühlt, als wenn sie allein damit zurecht kommt müssen.

Wir können dadurch bspw. auch einschätzen, wie schwer ein Gewicht ist, das jemand anhebt.

Dies hilft auch beim Nachahmen und Vor-denken einer neuen Fähigkeit.

Spiegelneuronen sind bei Kleinkindern bereits ab dem 3.-4. Lebensjahr voll  entwickelt (Christian Keyer).

 

Körpersprache

Die Körpersprache trägt laut Albert Mehrabian zu ca. 55 % zur Kommunikation bei. Körpersprachliche Signale werden in “Echtzeit” gesendet,  und die sogenannten “Mikrogesten” lassen sich auch kaum unterdrücken.

Wenn Körpersprache und verbale Sprache nicht übereinstimmen können wir das bei guter Beobachtung merken.

Körpersprache transportiert den Großteil der Emotionen, ist aber nicht  immer eindeutig.

Autistische Menschen haben die gleiche Fähigkeit zur Empathie –  ihre Schwierigkeit besteht im vorgelagerten Schritt der kognitiven Erkennung einer emotionalen Situation aus Gestik und Mimik.

Im Gegensatz dazu können psychopathisch gestörtte Menschen situativ ihre  empathischen Fähigkeiten an- und ausschalten.

Die Fähigkeit, empathisches Verhalten auszuschalten kann zu den  schlimmsten Verbrechen führen, aber auch in vielen Fällen sehr sinnvoll und  notwendig sein, um Handlungen fair und konsequent rational durchzuführen –  bspw. in Notsituationen.

Menschen in sozialen Berufen leiden häufig an empathischer Überlastung –  das ständige Mitfühlen mit den Problemen der Gepflegten und Betreuten führt  zu einer starken eigenen Belastung.

Die innere Balance und Distanz gehen verloren.

Ansätze für einen Umgang hiermit bietet das sogenannte Ressourcen-Training.

Einfühlen kann also sinnvoller sein als mitfühlen.

 

Geben oder nehmen?

Studien zeigen, dass Netzwerker weiter kommen, wenn sie mehr geben als  nehmen.

Uneigennütziges Verhalten stärkt das eigene Wohlbefinden. Selbst hilfsbereite Personen, die schon ausgenutzt wurden helfen immer noch gerne.

Menschen versuchen in der Regel, ein Gleichgewicht zwischen dem eigenen  Wollen und den gesellschaftlichen Anforderungen zu finden.

Da individuelle Leistungen wie gute Schulnoten oder ein hohes Einkommen  gesellschaftlich ein hohes Prestige und Möglichkeiten mit sich bringen  hemmen diese viele empathische und soziale Verhaltensweisen.

Gemäß Untersuchungen von Jirina Prekop oder der Universität Michigan sind  auch die zunehmenden technischen Möglichkeiten (Internet) Grund für einen  sehr starken Rückgang der empathischen Fähigkeiten in den letzten 30  Jahren. Gegebenenfalls auch durch zunehmende Darstellung von Gewalt in den  Medien.

Fest steht durch Studien jedenfalls, dass das Beobachten sozialen und  positiven Verhaltens selbst kooperativer und freundlicher macht – und  umgekehrt – ein egoistisches und gewalttätiges Umfeld macht in der Regel  gleichgültig.

Empathie hilft uns, unser eigenes Verhalten zu wählen und das von Menschen  mit anderem Charakter einzuschätzen.

Eine Methode aus dem NLP Werkzeugkoffer hierfür ist das Pacing und Leading – die bewusste Anpassung und Veränderung eigener Verhaltensweisen an die  des Gegenübers.

Gleichartige Verhaltensmuster schaffen Vertrauen.

Dieses Verstädnins von Empathie kann in jeder Kommunkationssituation dazu  eingesetzt werden, eine bessere Kommunikation und Beziehung zu erhalten.

 

Innere Haltung – ein Erfolgsfaktor in Veränderungs- und Krisenzeiten

Marion Fuchs

Durchschnittlich erlebt jeder Mensch

  • an jedem Tag eine kleine negative Erfahrung  – Regen beim Joggen, Essen schmeckt nicht…
  • alle 10 Tage eine kleine Enttäuschung  – Geplatztes Date, Bus fällt aus, …
  • alle 100 Tage ein mittelstarkes negatives Erlebnis – Prüfung nicht geschafft, schlechte Bewertung eines Arbeitsergebnisses,  Grippe, …
  • alle 1000 Tage eine große negative Erfahrung – schwere Krankheit, Kündigung, Verlust eines großen Auftrags, …

Krisen beruhen auf Veränderungen und führen zu Veränderungen.

Krisen sind mit Unsicherheit und Angst verbunden.

Der Ablauf einer Krise folgt oft mehreren Phasen. Verbreitet ist das Modell nach Schuchhart oder nach Kotter mit jeweils 8 Stufen, die zunächst  negativ sind (und bei Bewältigung stufenweise ins Positive schwenken).

Es besteht die Gefahr, in der tiefen Mitte hängen zu bleiben in einer  endlosen Schleife aus Selbstmitleid, negativen Gedanken und gefühlter  Hilflosigkeit.

Die innere Haltung bewirkt einen großen Unterschied: sehe ich mich als  hilfloses Opfer oder bin ich optimistisch, dass es nicht so schlimm kommen  kann und ich auch Positives gestalten kann?

Verbreitet sind die drei Haltungen

Opfer

Kämpfer

Gestalter

Akzeptanz der Situation und auch der eigenen Ängste ist der erste Schritt.

Eine sehr hilfreiche Fähigkeit besteht im “Entängstigen“.

Wut und Ärger schaffen kurzzeitig ein Gefühl der Stärke, aber nicht dauerhaft.

Sie legen die Schuld und Verantwortung auf jemand anderen.

Eigenverantwortung wird so verhindert.

Auch Aktionismus ist nicht hilfreich.

So lang jemand in der Opferhaltung ist kann er nichts gestalten, denn  dann muss er oder sie die Opferrolle aufgeben.

Beim Kämpfertyp besteht die Gefahr, dass er nur gegen die Veränderung  kämpft, die aber vielleicht notwendig ist. Dieses Verhalten wäre nicht  sinnvoll, weil es im Alten verharrt. Ist das Verharren unmöglich, kann der  Kämpfer entweder bis zur Erschöpfung weiter kämpfen (Märtyrer) oder in die  Opferhaltung verfallen.

Eine krisenkompetente innere Haltung fußt auf

  • Einer klaren Vision unserer Lebensziele
  • Dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
  • Zutrauen in die Hilfsbereitschaft unserer Umgebung
  • Der Bereitschaft zu lebenslangem Lernen
  • Akzeptanz von Risiken und Unsicherheiten als normale Begleitumstände von  Leben und von Chancen
  • Der Akzeptanz, dass Scheitern normal ist, wir aus ihnen lernen und Fehlversuche oft zwingende Vorbedingungen von Erfolg sind
  • Der Einsicht, dass unsere persönliche sucht und Erfahrung nur eine mögliche  Sicht ist
  • Dem Nachdenken über unsere direkten und indirekten Einflussmöglichkeiten
  • Der Einsicht, dass nur wir selber etwas verändern können

Einige Literatur zum Thema:

  • Krisencoaching; Ralph Schlieper-Damrich
  • Lebensrisiken werden Lebenschancen; Verena Kast
  • Eigenes Leben; Ulrich Beck
  • Das Prinzip Hoffnung; Ernst Bloch
  • Abschied von der Opferrolle; Verena Kast
  • Die Mäusestrategie für Manager; Spencer Johnson
  • Veränderungen umsetzen und gestalten; Helga Hofmann u. a.

 

Produktive Hartnäckigkeit

Wolfgang Hindersmann

 

Konsequenz ist keine Tugend an sich. Neue Einsichten erfordern es, sich zu  ändern.

Leonardo da Vinci soll gesagt haben: “Jedes Hindernis lässt sich durch Hartnäckigkeit überwinden.

In jedem Leben gibt es Rückschläge, Hindernisse und Herausforderungen. Bei deren Überwindung spielen Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit natürlich eine große Rolle.

Verschiedene Studien und zahllose Beispiele aus verschiedensten Bereichen wie Sport, Wissenschaft, Politik oder dem Management zeigen, dass Beharrlichkeit deutlich wichtiger für den Erfolg ist als reines Talent, wenn auch nicht der einzige Faktor.

Von Michael Ende gibt es mehrere Geschichten, in denen Schildkröten als Figur vorkommen. Neben Momo auch die Geschichte von Tranquila Trampeltreu der beharrlichen Schildkröte. Obwohl sie die langsamste aller Tiere ist kommt sie in der Geschichte rechtzeitig zur Hochzeit des Löwen.

Das Weitermachen trotz Widerständen über einen längeren Zeitraum ist natürlich schwer – der erste Schritt, das Anfangen ist oft am Schwierigsten.

Interesse ist eine wesentliche positive Vorbedingung für Beharrlichkeit.

Aus Interesse (einer Vision) werden starke Ziele abgeleitet.

Sturheit im Gegensatz zu Beharrlichkeit ist nicht dafür offen, sich zu ändern.

 

Von Nietzsche stammt das Zitat:“Viele sind beharrlich in Hinsicht auf den einmal eingeschlagenen Weg, aber nur wenige in Bezug auf das Ziel.

Von Albert Einstein wiederum stammen die beiden Zitate:“Erfolg zu haben bedeutet einmal mehr aufstehen als man hingefallen ist” und “Es ist nicht so, dass ich klug bin, es ist einfach so, dass ich mich länger mit den Problemen auseinandersetze.”

 

Konstruktive Beharrlichkeit benötigt Variation, Kreativität, Planung und Strategien.

Im Alltag werden wir aber oft an unseren Fehlern beurteilt.

Risikominimierung wird aber nie zu Außergewöhnlichem führen – dazu gehört Mut und Risikobereitschaft. Es gibt keine Erfolgsgarantie.

 

Interessanterweise macht große Übung kreativ! Kreativität ist wesentlich auch eine Konsequenz von hoher Produktivität und Übung!

Beispiele hierfür sind neben vielen anderen Edison, Einstein, Steve Jobs, Bill Gates, da Vinci und Pablo Picasso.

 

7 Kennzeichen der Beharrlichkeit

1. Sie wissen, was Sie wollen, und sind bereit, für Ihre Ziel zu kämpfen

2. Sie verfügen über ein hohes Maß an Entschlossenheit, feste Prinzipien, Disziplin und eine gute Konzentrationsfähigkeit

3. Sie haben Mut, auch unpopuläre Meinungen und Ansichten zu vertreten

4. Sie lassen sich von Schwierigkeiten und Hindernissen nicht entmutigen, sondern suchen nach einem Ausweg

5. Sie sind von Ihrem Tun überzeugt, und das macht es Ihnen leichter, sich selbst zu motivieren

6. Sie beistzen die Fähigkeit, aus Rückschlägen zu lernen und sie zu Ihren Gunsten zu verarbeiten

7. Dank Ihres Engagements und Ihrer Leidenschaft haben Sie den Schlüssel für eine nachhaltige Weiterentwicklung sowie für positive Veränderungen in der Hand.

 

Im Rahmen des eigenen Change Managements gilt es Chancen für sich zu entwickeln durch

1. Hinschauen oder: die Situation analysieren

2. Aktiv werden oder: Veränderung gestalten

3. Schrit für Schritt gehen oder: Lösungen bestärken und nachhalten

4. Rückschau halten oder: die Veränderung evaluieren

 

Wer Krisen bereits erfolgreich bewältigt hat, wird zukünftige Krisen einfacher und zuversichtlicher verarbeiten können.

Buch: Das Geheimnis für Erfolg und Glück im Leben, Ryborz 2013

 

Volition – Wille und Handlung

Ernst Meinelt

 

Michael Frese von der Universität Lüneburg hat bei 61 Ländern die Toleranz gegenüber Fehlern verglichen. Deutschland und Singapur sind von allen Ländern hier auf den letzten Plätzen!

Das hat gravierende Auswirkungen auf unsere Berufswelt. Unsere Selbstwahrnehmung ist oft auch mangelhaft darauf trainiert, Fehler wahrzunehmen. Fehlentwicklungen werden dadurch oft ignoriert.

Hard und Soft Skills sind oft nicht gleich entwickelt. Dies sieht man oft an den Schwierigkeiten, die fachlich hervorragende Mitarbeiter haben können, wenn sie Führungsverantwortung bekommen.

 

Einstellungen

Einstellungen sind fast ausnahmslos erlernt – durch eigene Interpretation oder übernommen von Bezugspersonen.

Dies fängt in der frühesten Kindheit an mit positiven und negativen Gefühlen.

 

Aus der Psychoneurologie ist in medizinischen Versuchen nachgewiesen, dass negative Vorstellungen das Immunsystem schwächen, bis hin zu schweren physischen Erkrankungen.

Eine negative Einstellung belastet uns in einer Krise oder wahrgenommenen Enttäuschung also doppelt.

Einstellungen lassen sich gezielt mit der Zeit ändern. Einstellungen sind letztlich automatisierte Gewohnheiten. Durch bewusste Übung verändern sie sich und werden von Erfolgserlebnissen begleitet, die gewünschtes neues Verhalten weiter bestärken.

 

Aus der Pädagogik kommt die Erkenntnis: Was du lehrst das lernst du.

Daher ist es hilfreich, mit möglichst vielen Menschen und Situationen über das gewünschte neue Verhalten zu sprechen und es schon anzufangen.

Auch schriftliches Festhalten sowie die Planung von kleinen Schritten und Feiern von kleinen Erfolgen helfen.

Dem alten Verhalten sollte nicht nachtrauert werden, sondern im Kopf argumentiert werden, was daran schlecht war und an dem neuen Verhalten gut.

Es ist wichtig zu erkennen, wann man externe und evtl. professionelle Hilfe benötigt.

 

Unsere sozialen Beziehungen zu anderen haben massive Auswirkungen darauf, was sich biologisch in uns und dem anderen abspielt.

Das sollte uns sehr bewusst sein. Wir machen evtl. unsere Umgebung wirklich krank! Darin steckt eine Verantwortung.

Joachim Bauer geht darauf in seinen Buch “Das Gedächtnis des Körpers” (Piper 2013) im Detail darauf ein, wie wir durch unsere sozialen Beziehungen und Lebensstil sogar unsere Genaktivierung beeinflussen.

 

Sich mit positiven Menschen zu umgeben und selbst gut Beziehungen zu pflegen ist also ein guter Schutz für die eigene psychische und physische Gesundheit.

Für die Bewältigung von Krisen ist eine handlungsorientierte Haltung sehr hilfreich, die nach einer grundsätzlichen Analyse und Ursachensuche in die Gestaltung geht.

Das Gegenteil hierzu ist eine lageorientierte Haltung, die sehr lang grübelt und Schuldige sucht und so in einer Opferhaltung verharrt.

Wer sich schuldig, wie ein Versager oder sonst unwohl fühlt hat nachvollziehbar weniger Erfolg – und ist unglücklicher! Beharrlichkeit ist hier auch nicht zu erwarten.

Die Fähigkeit, auch bei negativen Umständen ein Ziel anzupeilen und weiter umzusetzen wird Selbststeuerungskompetenz oder volitionale Kompetenz genannt.

 

Ziele werden meistens in einer positiven Stimmung gefasst.

Wenn dann die Umsetzung in einer neutralen oder negativen Stimmung vorgenommen werden soll klappt das nicht. Es ist daher wichtig, auch bei der Umsetzung die gleiche positive Stimmung zu erzeugen.

Eine gestalterische Einstellung ist nicht das Selbe wie Optimismus. Er ist eher eine ausgeglichene Haltung. Man kann sich nicht immer gut fühlen. Ängste und Schwierigkeiten sind real. Es geht darum, sich dann trotzdem genügend konstruktiv steuern zu können.

Die negativen Aspekte zu zu lassen, aber nicht überhand nehmen zu lassen.

 

Ausdauer

Manfred Seidel

 

Ziele und Erwartungen – was möchte ich überhaupt erreichen?

Viele unserer Vorstellungen und wünschte werden uns von außen suggeriert – durch Kollegen, Verwandte, die Werbung.

Wir sollten uns fragen, ob sie nötig sind und zu unseren großen Zielen und unserem Glück beitragen.

Um heraus zu finden, was einem persönlich wichtig ist können Fragen helfen wie

Was ist für mich ein erfülltes Leben?

Was ist mit wichtig im Leben?

Was braucht ich dazu, glücklich und zufrieden zu sein?

Wer ist wichtig in meinem Leben?

Was gibt mir Kraft und Ausdauer?

 

Mit den Erwartungen anderer umzugehen kann schwierig sein. Zumal sie oft weit auseinander liegen können.

Wenn möglich sollte ein gemeinsames Verständnis entwickelt und Vereinbarungen getroffen werden, die für alle akzeptabel sind.

Zumindest sollten die Positionen bekannt sein. Letztlich ist es das eigene Leben für das man selbst verantwortlich ist.

In Bezug auf die eigenen Ziele ist es auch wichtig zu definieren, wie weit man gegen wird. Wo ist meine Grenze?

Wie gehe ich mit Druck um – bekomme ich die nötigen Entspannungsphasen?

Zufriedenheit kommt oft auch schon vom Gefühl, mit einer ausreichenden Geschwindigkeit voran zu kommen.

Das Erreichen eines Ziels kann erstaunlich unbefriedigend sein – dauerhaftes Glück entsteht dadurch nicht.

 

Erreichte Ziele müssen durch konkrete neue Ziele ersetzt werden, z. B. den Ruhestand für bestimmte Reisen oder Aktivitäten zu nutzen.

Auch mit kleinen Dingen lässt sich erstaunlich viel Glück und Zufriedenheit erzielen – oft mehr als mit sehr großen Zielen, die nicht erreicht werden oder denen zu vieles anderes geopfert werden muss.

Intrinsische Motivation trägt wesentlich zu Ausdauer und oft auch Freude und Glück bei.

Extrinsische Motivation ist deutlich schwächer, aber sinnvoll bei Aufgaben, die nicht intrinsisch interessant sind.

Exzentrische Belohnungen machen intrinsische Motivation allerdings kaputt, wie Studien zeigen.

Dies hat gravierende Auswirkungen auf Bezahlungs- und Belohnungssysteme.

Hier kann Motivation und Leistung tatsächlich häufig kaputt gemacht werden.

 

In der Selbstdiskrepanz Theorie (Higgins 1987) wird zwischen dem tatsächlichen Selbst (wie man ist), dem idealen Selbst (wie man selbst gern sein möchte) und dem geforderten Selbst (wie man sein soll) unterschieden.

 

Schnellere, leichtere und angenehmere Tätigkeiten boykottieren oft unsere “besseren” Ziele.

Oder wir fürchten und vor den Konsequenzen unseres Vorhabens oder haben Angst, es nicht zu schaffen.

Ob man die unangenehmen Aspekte von Zielen durchsteht hat auch mit Objektivität und Verantwortung zu tun.

Oder man priorisiert nicht richtig und verzettelt sich.

 

Der Psychologe Ken Sheldon hat eine Strategie entwickelt, wie man seine intrinsische Motivation bewahren kann:

 1. Machen Sie sich das Ziel bewusst

2. Sorgen Sie dafür, dass es Spaß macht

3. Denken Sie an das große Ganze

Zu 1. Denken Sie an die zentrale BEdeutung oder eine wichtige Ressource, die in diesem Ziel zum Ausdruck kommt. Was bedeutet z. B. die geplante Reise für Sie? Sie werden Ihre Neugierde auf ein neues, unbekanntes Land befriedigen.

Zu 2. Verfolgen Sie das Ziel in der Form, die Ihnen am meisten Vergnügen bereitet. Wählen Sie Personen, Ereignisse und Orte danach aus, dass die Aktivität Spaß macht. Organisieren Sie z. B. Ihre Dienstreisen so, dass Sie Reise und Unterkunft genießen können.

Zu 3. Wenn Sie en eng gestecktes Ziel haben, z. B. mit dem Rauchen aufzuhören, wozu kann diese Ziel im weiteren Sinn führen? Zu einem längeren und gesünderen Leben.

 

Fitness, gesunde Ernährung, Genuss und Entspannung sind für eine gesunde Psyche, Körper, Ausgeglichenheit und Leistungsfähigkeit ausgesprochen förderlich.

 

Mentale Stärke

Christoph Weimann

 

“Unsere Wünsche sind die Vorboten der Fähigkeiten, die in uns liegen” (Goethe)

 

Mentale Stärke liegt im Vertrauen darauf, dass man das Geforderte und Notwendige beherrscht und im richtigen Moment auch abrufen und einsetzen kann.

Wissen, Können und Training sind die Basis – zusammen mit Selbstvertrauen, Konzentration und Motivation entsteht daraus mentale Stärke.

 

Ein interessanter Ansatz ist, sich mental darauf vorzubereiten, falls eine Krise auftreten sollte. Wie würde ich also reagieren, falls der Auftrag nicht kommt? Oder falls ich nicht befördert werde etc.

Wenn ich darauf im Kopf schon vorbereitet bin habe ich einen Plan für den Ernstfall mit dem es weiter geht. Es kann mich nicht aus der Bahn werfen, ich kann zuversichtlich bleiben und kenne die Konsequenzen. Viel schneller kann ich den ersten Schritt heraus und weiter gehen.

Damit lässt sich auch der Anteil an Grübeln in einer Krise minimieren.

Beim Grübeln kreisen die Gedanken negativ und ohne Lösung immer weiter.

Daraus kann ein lähmender Teufelskreis werden.

Man muss üben, aus solchen Spiralen negativer Gedanken und Gefühlen tagsüber und auch nachts rasch auszusteigen. Wer sich eine schlimme Situation immer wieder vor Augen führt macht es nur schlimmer.

Positive Automatismen sind sehr hilfreich in problematischen Situationen.

Z. B.: Immer wenn ich anfange zu grübeln sage ich mir Stopp und mache mir eine schöne Musik an oder einen Kaffee, lese ein positives Gedicht das mich zum Lachen bringt etc.

Jeder kennt den Effekt, dass einen ein bestimmter Film oder eine Geschichte am man sich erinnert sofort zu Tränen rührt oder zum lachen bringt etc. Unsere Emotionen lassen sich recht schnell ändern.

Es gibt diverse weitere Techniken die man sich aneignen kann, seien es Atemtechniken oder Veränderung der Körperhaltung und des Gesichtsausdrucks.

Man kann kaum dauerhaft deprimiert sein, wenn man aufgerichtet in die Ferne blickt. Man kann nicht traurig sein, wenn man über einen Witz lacht. Und man kann nicht wütend sein, wenn man die Haltung und Mimik dafür nicht macht.

Eine ruhige Atmung ist tatsächlich wie nichts anderes hilfreich, um ruhig zu bleiben und Angst zu kontrollieren.

Solche Gewohnheiten müssen geübt werden, um im Ernstfall abgerufen werden zu können. Zunächst fallen sie schwer und bringen oft kaum einen Effekt. Man wird besser in ihnen, bis sie automatisch kommen.

Niemand kann ständig Höchstleistungen erbringen. Man muss sich selbst die nötigen Erholungszeiten zugestehen, Zeiten in denen man einfach mal ohne Anspruch sein kann.

Auch im Berufsleben sollte das möglich sein.

 

Konzentration bedarf der Anstrengung und lässt mit der Zeit nach. Auch die Fähigkeit, gute Entscheidungen zu treffen lässt mit der Anzahl der täglichen Entscheidungen nachweislich stark nach.


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